Deine Altstadt

Regensburg

Wie soll sich zukünftig die Regensburger Altstadt entwickeln? Wie kann die städtebauliche Entwicklung im Zusammenspiel mit dem Verkehr funktionieren? Wie können die Beeinträchtigungen durch den (motorisierten) Verkehr reduziert werden, gleichzeitig die Altstadt für alle erreichbar bleiben? Diese und weitere Fragen sollen in einem Zukunftsdialog bis Mitte 2022 beantwortet werden. Dabei werden die Regensburger Bürgerschaft und viele Vertreterinnen und Vertreter der Stadtgesellschaft und Politik eingebunden. Seien Sie dabei und gestalten Sie den Prozess zusammen mit Expertinnen und Experten mit, sodass eine zukunftsfähige Regensburger Altstadt entsteht!

Attraktive Innenstädte zeichnen sich durch ihre Funktionsmischung aus: Eine hochwertige Stadtgestaltung, vielfältiger Einzelhandel, hohe Aufenthaltsqualität, eine zukunftsfähige Mobilität. Die Regensburger Altstadt befindet sich in einem stetigen Wandel. Die Verkehrsberuhigung ist in dem Weltkulturerbe seit vielen Jahren ein Thema. In einem ergebnisoffenen Prozess soll zusammen mit der Bürgerschaft sowie Vertreter*innen unterschiedlichen gesellschaftlicher Gruppen wie z.B. Einzelhandel, Vereinen und Verbänden sowie der Politik ein Zielkonzept zur Verkehrsberuhigung der Altstadt erarbeitet werden, welches dann in einem anschließendem Altstadterschließungskonzept umgesetzt werden soll. Diesen Beteiligungsprozess organisiert das Fachplanungsbüro Planersocietät zusammen mit dem Team Ewen als Moderationsbüro.

Untersuchungsgebiet
Regensburger Altstadt

Die Altstadt von Regensburg als UNESCO-Welterbe spiegelt mit seiner Struktur, seinen historischen Gebäuden, Gassen und Plätzen wie keine andere Stadt die wirtschaftlichen, politischen und religiösen Entwicklungen des Hochmittelalters ab und hat vieles davon bewahren können. Darüber hinaus ist die Altstadt ein sehr bedeutender Einkaufs-, Kultur-, Freizeit-, Arbeits-, Bildungs- und Tourismusort, zugleich wohnen hier viele Menschen. Eine Vielzahl von Besucherinnen und Besuchern kommt täglich in die Altstadt, zu Fuß, mit dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto. Die historisch gewachsenen Strukturen, der Wunsch nach mehr Aufenthaltsqualität und Entspannung auf der einen Seite und der fließende und ruhende Kfz- und Lieferverkehr auf der anderen Seite erzeugen immer wieder Konflikte.

Projektablauf

Öffentliche Auftaktveranstaltung

12. Juni

Erster Online-Dialog

12. bis 30. Juni

Analyseworkshop

23. und 24. Juli

Leitzielworkshops

Oktober 2021

Zweiter Online-Dialog

November 2021

Zukunftsworkshops

April 2022

Abschlussveranstaltung

Juni 2022

Projektteam

Dr. Michael Frehn

Projektleitung
(Planersocietät)

Robin Baniseth

Projektbearbeitung
(Planersocietät)

Pascal Wolff

Projektbearbeitung
(Planersocietät)

Dr. Michel-André Horelt

Moderation
(Team-Ewen)

Fridtjof Ilgner

Moderation
(Team-Ewen)

Aaron Tonndorf

Projektleitung
(Stadtplanungsamt Regensburg)

Newsletter

Wir versenden den Newsletter in unregelmäßigen Abständen, wenn größere Neuigkeiten beim Projekt oder Veranstaltungen anstehen. Die Erstellung des Newsletters und die Verarbeitung Ihrer Daten wird gemeinsam von der Planersocietät und urbanista GmbH & Co. KG (siehe Impressum) durchgeführt. Für den Newsletterversand wird der Anbieter Mailchimp verwendet. Informationen zu den verarbeiteten Daten entnehmen Sie bitte der Datenschutzerklärung. Sie können den Newsletter jederzeit abbestellen.

Fragen & Antworten

Wie in anderen Städten wird auch in der Regensburger Innenstadt ein Großteil des öffentlichen Frei- und Verkehrsraumes durch den ruhenden und fließenden Kfz-Verkehr okkupiert. Weitere Faktoren, wie das anhaltende Bevölkerungswachstum, das steigende Pendleraufkommen und auch die zukünftig weiter steigende Attraktivität der Innenstadt infolge unterschiedlicher geplanter oder bereits umgesetzter Maßnahmen (z.B. Erreichbarkeitsmarketing Innenstadt, Spielleitplanung, Möblierungskonzept Innenstadt, aber auch städtebauliche Entwicklungen in direkter Nachbarschaft zur Innenstadt wie beispielsweise das „Dörnbergviertel“ oder das „Schlachthofareal/Marinaquartier“) führen in der Regensburger Innenstadt zu weiteren Nutzungskonkurrenzen und erhöhen das Konfliktpotenzial. Die Stadt Regensburg hat in verkehrlicher Hinsicht bereits erste Optimierungsmaßnahmen eingeleitet und umgesetzt (z.B. Einführung der „Wohnverkehrsstraße“, mehrere verkehrsrechtliche Maßnahmen). Nun soll der Ansatz der Verkehrsberuhigung fortgesetzt werden unter Berücksichtigung der vielschichtigen Bedürfnisse und im Sinne eines breiten Beteiligungs-/Kooperationsprozesses.

Die Beteiligung von Betroffenen sowie Bürgerinnen und Bürgern ist sinnvoll, weil Planungsprozesse oft weitreichende Folgen haben und besser funktionieren, wenn vorher ein breiter Konsens über die Planungen erzielt werden konnte. Mit einem Beteiligungsprozess werden oft auch juristische Auseinandersetzungen um die Planung vermieden. Zum Abschluss des Prozesses entscheidet dann tatsächlich die Politik – orientiert sich dabei aber an den Ergebnissen des Beteiligungsprozesses. 

Es gibt zahlreiche Formate zur Einbindung der Öffentlichkeit in den Prozess der Verkehrsberuhigung der Altstadt. Alle Bürgerinnen und Bürger können sich zum Beispiel an den beiden Online-Dialogen beteiligen, die öffentliche Auftaktveranstaltung verfolgen (mindestens über das Internet) und bei der Abschlussveranstaltung dabei sein. Verschiedene Akteursgruppen werden zu den verschiedenen Workshops eingeladen, bei Akteursgesprächen gehört oder sie können sich an einem Arbeitskreis beteiligen. An den Workshops können auch eine begrenzte Zahl von Bürgerinnen und Bürgern teilnehmen. Sie werden ausgelost.

Es wird nach dem Zufallsprinzip gelost. Wenn gewählte Bürgerinnen und Bürger aus welchen Gründen auch immer die Teilnahme absagen, werden Nachrücker ausgelost.

Planungen dauern oft so lange, weil oft viele verschiedene Ämter und Ebenen eingebunden werden müssen und so zahlreiche Abstimmungsprozesse erforderlich sind. Zudem benötigt natürlich die Beteiligung der Öffentlichkeit zusätzlich Zeit, die aber an anderer Stelle meist wieder eingespart wird. (siehe: Warum entscheidet nicht einfach die Politik?)

Beschluss vom 03.12.2019 Verkehrsberuhigung Altstadt, Veränderung der Verkehrsführung im Kernbereich

  • Der Beschluss dient als Grundlage für erste Ansätze und Maßnahmenvorschläge zur Entwicklung einer verkehrsberuhigten Altstadt durch Neuordnung des ruhenden und fließenden Verkehrs.
  • Ziel soll sein, Schritt für Schritt ein Netz auszubauen, das den ÖPNV-, Fuß- und Radverkehr priorisiert und somit mehr Aufenthaltsqualität für die Regensburger Bürger*innen schafft.

Beschluss vom 03.12.2019 Verkehrsberuhigung Altstadt, Teilnahme- und Workshopprozess

  • Aufgrund des vorhandenem Verkehrsproblems in der Innenstadt mit der erhöhten Verkehrsdichte, dem wachsenden Liefer-, Parksuch- sowie Individualverkehr besteht Handlungsbedarf. Die vorhandenen Zielkonflikte von verschiedenen Interessensgruppen verlangen ein hohes Maß an Beteiligung und Kommunikation.
  • Durch eine frühzeitige Zusammenarbeit mit Interessenverbänden, Gewerbetreibenden, Bürger*innen soll die Grundlage geschaffen werden, einen breiten Konsens über die Ziele und die damit verbundenen Maßnahmenbündel zur Verkehrsberuhigung der Altstadt herbeizuführen.

Beschluss vom 14.04.2021 Zielkonzept Verkehrsberuhigung Altstadt Teilnahme- und Workshopprozesse

  • Die Beschlussvorlage skizziert den allgemeinen geplanten Ablauf des Projektes sowie den vorgesehenen Prozess für den Beteiligungsrahmen. In einem intensiven Dialog sollen die Ziele zur Altstadterschließung gemeinsam in einem mehrstufigen Workshopverfahren iterativ und partizipativ erarbeitet werden.

Glossar
Wichtige Bezeichnungen

Alle Handelnden in Planungsprozessen, auch diejenigen, die Betroffene in solchen Prozessen vertreten. Dazu zählen zum Beispiel Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung, des Einzelhandels, der Wirtschaft, von Bewohnerinnen und Bewohnern; dazu sehr unterschiedliche Interessenvertretungen, vom Wirtschaftsverband über den Jugend- und den Seniorenbeirat bis hin zu etwa Umwelt- und Verkehrsverbänden.

Einbindung sowohl der Bürgerinnen und Bürger wie auch verschiedener Akteurinnen und Akteure in den Planungsprozess. Es gibt zahlreiche Elemente in einem Beteiligungsprozess, zum Beispiel klassische Bürgerveranstaltungen (in Präsenz), Befragungen von Bürgerinnen und Bürgern (sowohl digital als auch analog), die Veranstaltung von Workshops oder die Einrichtung von Arbeitskreisen, die die Planung begleiten.

Ein wichtiges, digitales Element in einem Beteiligungsprozess, vor allem in Pandemiezeiten. Die Bürgerinnen und Bürger werden dabei aufgefordert, sich online zu einem bestimmten Themenkomplex zu äußern, etwa, indem sich Fragen beantworten, Aussagen bewerten oder auf einer Online-Karte Problemstellen benennen.

Umfasst den gesamten Prozess einer Planung, von der ersten Idee bis zur Umsetzung. Kann, wenn es um Stadt- oder Verkehrsplanung geht, viele Jahre in Anspruch nehmen, wirkt aber, wenn es zum Beispiel um Infrastruktur, also Straßen, Wege, Plätze, Schienen oder Bahnhöfe geht, noch viel länger.

Ist in Anlehnung an §45 Abs. 1d der StVO eine Zone, in der eine Höchstgeschwindigkeit von weniger als Tempo 30 gilt. Meist gilt hier Tempo 20. Wird für zentrale städtische Bereiche mit hohem Fußverkehrsaufkommen und überwiegender Aufenthaltsfunktion empfohlen, etwa, um Aufstellflächen für die Gastronomie zu ermöglichen oder zu erweitern. Ist zu unterscheiden vom Verkehrsberuhigten Bereich (vulgo: Spielstraße), in dem in der Regel Schrittgeschwindigkeit gilt.

Umfasst im weiteren Sinne alle Arten, Verkehr zu beruhigen, um dessen negative Folgen (Einschränkung der Verkehrssicherheit, Luftschadstoff- und Lärmbelästigung, übermäßige Flächeninanspruchnahme) einzugrenzen. Also etwa Tempobegrenzungen, die Rücknahme von Verkehrsspuren, Einfahrtverbote für bestimmte Fahrzeuge, teils auch nur zu bestimmten Zeiten, aber auch die Einführung von Fußgängerzonen, verkehrsberuhigten Bereichen oder Geschäftsbereichen oder Tempo-30-Zonen.